Die Magie des Boulderns

Bouldern ist Körper und Geist. Spaß an der Bewegung in der Halle wie draußen am Fels, Naturerlebnis und gesundes Gemeinschaftsgefühl. Bouldern ist eine Reise durch die wunderbare Bewegungswelt. Die große Bandbreite an möglichen Lösungen für die gestellten Probleme ist es, die den Sport so unglaublich vielfältig und interessant macht.

Jeder kann sich in modernen, urbanen Fels-Simulationshallen mit Spaß an das Spiel mit der Schwerkraft gewöhnen. Hoch und runter, nach rechts und links und diagonal zurück…

Um neue Probleme am persönlichen Leistungslimit lösen zu können, braucht es vor allem Bewegungsfantasie. Wenn es nicht mehr einfach geht, müssen wir es schaffen, uns von eingefahrenen Bewegungsmustern zu trennen, und Neues, manchmal gar Absurdes auszuprobieren.

Die Keine-Pausentage-Strategie

Aktuell lese ich das hervorragende Buch Klettertraining von Udo Neumann (Trainer Bouldern-Nationalmannschaft). Das Buch ist übrigens jedem ans Herz gelegt, der sich als „Gedanken Ninja“ sieht und bei seinem Klettertraining mal bewusst außerhalb der klassischen Klimmzug-Box denken mag…

Aber um das Buch an sich wird es nochmals im Detail später gehen.

Aktuell bewegt mich vor allem der Abschnitt, wie man als Einsteiger in das regelmäßige Training dieses am besten zur Gewohnheit machen kann. Udo propagiert dazu die Keine-Pausentage-Strategie.

„Wenn Du bist jetzt keine Erfahrung mit Körpertraining hast, plane ab jetzt tägliches Training ein. Das wird Dir helfen, das Training durchzuhalten und zum Teil Deines Lebens zu machen. Besser jeden Tag 10 Minuten netto tatsächlich etwas trainieren als zweimal die Woche einen großen Trainingstag planen.“

Somit ist für ihn ein halbwegs sauber zusammengestelltes Training, das jeden Tag verfolgt wird, wesentlich wertvoller als der lange vorbereitete perfekte Trainingsplan. Je weniger Zeit man durch Job etc. für das Training hat, desto wichtiger ist es, dieses möglichst einfach zu gestalten und täglich durchführen zu können.

There is more to the core than meets the eye

Auf gut Deutsch: Bei einem richtigen Core Training steckt mehr dahinter als man landläufig denkt. Wie viele Leute sieht man in der Boulderhalle, die mit einem wohldefinierten Sixpack trotzdem an einfachen Routen scheitern?

domore

Das Zentrum muss als starke Mitte stabil sein, um die Entfaltung von Kraft und Beweglichkeit im wahrsten Sinne des Wortes zu stützen. Das Ziel sollte es sein, die tiefe Muskulatur des Rumpfes zu trainieren und dadurch die Stabilität der Wirbelsäule zu verbessern. Dazu darf nicht mit der Intensität im Training übertrieben werden! Denn die Muskeln die diese Bereiche des Körpers umgeben, sind eher ausdauernd mit geringer Kraftentfaltung.

In diesem Video von Eric Hörst zeigt dieser 5 sinnvolle Core-Übungen für Boulderer auf.

Sehr sinnvoll kombinierte Übungen, allerdings ist die Hangwaage für Einsteiger auch in der gezeigten Version ultrahart und bei der letzten Übung hat nicht jeder in seiner Boulderhalle eine Hantel zur Verfügung.

Daher bin ich ja selber vor allem Fan von Bodyweight Übungen, die ganz ohne Zusatzgeräte auskommen. Durch diese Übungen wird der Körper gezwungen ständig die Wirbelsäure umgebenden Muskeln anzuspannen. Dass dies förderlich ist, siehe wiederum oben.

Dazu dann einmal mehr in einem anderen Artikel.

Genussbouldern statt Leistungsdruck

Oh Man! In den letzten Monaten habe ich immer wieder an einem strukturierten Trainingsplan herumgedoktert und mir mächtig Stress gemacht, meine Bouldern Leistung auf ein neues Niveau zu heben. Puuh! Wie öde… Bouldern hatte mir gar keinen richtigen Spaß mehr gemacht. Immer ging es nur darum wie viele Situps, Züge am Campusboard in welcher Kombination und welche „neuen Farben“ in der Halle gehen oder eben nicht gehen….

7nnxc4jbwu-cindy-chen

So mache ich das definitiv nie wieder in meinem Leben! Aktuell steht nur noch eins auf der Agenda: Genussbouldern. Einfach so bouldern gehen, Farben bewusst außen vor lassen und sich selber in der Halle eigene Routen definieren. Welche Bewegungsprobleme willst Du jetzt lösen? Welche coolen Moves siehst Du und nur Du an der Wand? Die staunenden Blicke der „Farbenjunkies“ wenn man seine ganz eigene Route durchklettert?! Herrlich … zur Nachahmung dringend empfohlen!