Bleau verstehen

Fontainebleau ist einfach das Mekka im Bouldern. Es ist das Gebiet wo die Top-Kletterer der Welt zusammenkommen und sich selbst an legendären Problemen in Bas Cuvier oder Franchard messen. Viele Boulder hier sind klein und auch für Kinder geeignet, gleichzeitig finden sich auch ausgewachsene High Balls, bis zu 15 Meter hoch und echt angsteinflößend. Die Konzentration an herausragenden Boulder-Problemen in diesem Gebiet macht es einmalig weltweit.

In Bleau kann jeder jeden Tag in den Wald und die Probleme ausbouldern – und das sogar das ganze Jahr über. Selten ist es zu kalt oder zu heiss um so gar nicht bouldern zu können. Das einzige, was einen stoppen kann, ist der Regen.

In Bleau finden sich 10.000+ spannende Boulder und noch viel mehr Wege diese auch zu meistern. Die benötigten Skills sind fast immer radikal anders am Fels als in der Halle. Es geht weniger um pure Kraft, sondern um Balancefähigkeit, Technik und exzellente Fußarbeit.

Was Bleau für Boulderer so einzigartig macht, ist neben der schieren Masse an Möglichkeiten, die super definierten Parcours. Die Parcours sind hervorragend mit Farben und Pfeilen markiert (wie beim Skifahren: blau, rot, schwarz) und bestehen aus 25-75 Problemen. Das letzte Problem ist meist der höchste Block. Also Vorsicht, nicht alle Power schon vorher verpulvern. Es finden sich ca. 250 markierte Parcours in Bleau.

Eine überragende Leistung ist das Absolvieren eines solchen Parcours im Modus ‚Flash‘ oder ‚onsight‘ an einem Tag, d.h. im allerersten Versuch oder nach mehrmaligen Anläufen, aber immer alle hintereinander. Leicht abgewandelt auch als ‚Magicien Challenge‘, d.h. alle Probleme eines Parcours an einem Tag mit maximal 10 Abwürfen.

Trainingsprinzipien für Durchschnitts-Boulderer

Regelmäßigkeit und Progression sind die wichtigsten Grundprinzipien erfolgreichen Trainings.

  • Stetig seine Belastung hinsichtlich Volumen oder Intensität erhöht
  • Rhythmus in das Training hineinbekommt, der trotz Beruf oder privatem Stress aufrecht erhalten wird

Regelmäßig heisst, ich gehe wirklich drei, vier Mal die Woche bouldern, und das mache ich auch noch mit Plan und schaue, dass ich da eine Steigerung reinbringe.

Die Magie des Boulderns

Bouldern ist Körper und Geist. Spaß an der Bewegung in der Halle wie draußen am Fels, Naturerlebnis und gesundes Gemeinschaftsgefühl. Bouldern ist eine Reise durch die wunderbare Bewegungswelt. Die große Bandbreite an möglichen Lösungen für die gestellten Probleme ist es, die den Sport so unglaublich vielfältig und interessant macht.

Jeder kann sich in modernen, urbanen Fels-Simulationshallen mit Spaß an das Spiel mit der Schwerkraft gewöhnen. Hoch und runter, nach rechts und links und diagonal zurück…

Um neue Probleme am persönlichen Leistungslimit lösen zu können, braucht es vor allem Bewegungsfantasie. Wenn es nicht mehr einfach geht, müssen wir es schaffen, uns von eingefahrenen Bewegungsmustern zu trennen, und Neues, manchmal gar Absurdes auszuprobieren.

Die Keine-Pausentage-Strategie

Aktuell lese ich das hervorragende Buch Klettertraining von Udo Neumann (Trainer Bouldern-Nationalmannschaft). Das Buch ist übrigens jedem ans Herz gelegt, der sich als „Gedanken Ninja“ sieht und bei seinem Klettertraining mal bewusst außerhalb der klassischen Klimmzug-Box denken mag…

Aber um das Buch an sich wird es nochmals im Detail später gehen.

Aktuell bewegt mich vor allem der Abschnitt, wie man als Einsteiger in das regelmäßige Training dieses am besten zur Gewohnheit machen kann. Udo propagiert dazu die Keine-Pausentage-Strategie.

„Wenn Du bist jetzt keine Erfahrung mit Körpertraining hast, plane ab jetzt tägliches Training ein. Das wird Dir helfen, das Training durchzuhalten und zum Teil Deines Lebens zu machen. Besser jeden Tag 10 Minuten netto tatsächlich etwas trainieren als zweimal die Woche einen großen Trainingstag planen.“

Somit ist für ihn ein halbwegs sauber zusammengestelltes Training, das jeden Tag verfolgt wird, wesentlich wertvoller als der lange vorbereitete perfekte Trainingsplan. Je weniger Zeit man durch Job etc. für das Training hat, desto wichtiger ist es, dieses möglichst einfach zu gestalten und täglich durchführen zu können.