Einsteigerfreundliches Bouldern in Bleau

Will man sich als Beginner vielleicht auf seinen ersten Bleau-Trip vorbereiten und sucht im Netz nach ein paar Bouldern und Inspirationen dann kann einem schnell Angst und Bange werden…. unter 7a scheint es nix zu geben, zumindest in den Videos der ganzen harten Bleau-Boulderer.

Dabei finden sich durchaus toll gemachte (weil gute Musik-Bildsprache-Kombi) Videos mit empfehlenswerten Einsteiger-Bouldern in den unteren bis mittleren Graden. Zum Beispiel dieses hier:

Angenehmer Nebeneffekt: Schaut Euch diese atemberaubende Umgebung an – wer da nicht direkt Lust bekommt den nächsten oder ersten Bleau-Trip in Angriff zu nehmen… I am dreaming of Bleau.

In eigener Sache: Diesmal werde ich nicht aufhören…

Wie oft hatte ich schon den Plan gefasst mal etwas regelmäßiger über das Bouldern zu schreiben, den Sport der mich trotz permanenter Mittelmäßigkeit seit Jahren in den Bann zieht?! Wie oft hatte ich schon angefangen und dann doch wieder alles vernachlässigt? Wie oft habe ich spannende Projekte an die Prokrastination und damit letztendlich an Spiegel Online verloren?

Never stop bouldern
Credits: http://siickkboyy.tumblr.com/post/110794240758

Aber dieses mal werde ich nicht aufhören, ich werde es immer weiter machen: dieses Blog schreiben. Über Bouldern, über das Bouldern-Training, über die Philosophie des Bouldern, über den Flow beim Bouldern, über die besten Sends, die härtesten Züge, die größten Niederlagen – und vielleicht lerne ich so auch noch etwas über das Leben allgemein…

Euch liebe Leser möchte ich gerne einladen mir zu folgen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht als allererstes nur für Euch schreibe – eher so für mich und ich würde mich riesig freuen, wenn es auch anderen Spaß macht das zu lesen.

Deswegen schon mal ein großes Sorry für das Rumspringen in den Themen, die teilweise wahrscheinlich nicht besonders fundierten Trainingstipps… hier schreibe ich über MEINE Faszination des Boulderns – und bei dieser begeistert mich jeden Tag aufs neue etwas anderes.

Es ist nicht (immer) wichtig einen Plan zu haben, manchmal ist es auch einfach nur wichtig, überhaupt ZU MACHEN.

Lasst uns MACHEN!!

Videotipp: Bouldern Trainingsplanung

Ja ja, das regelmäßige und vor allem strukturierte Trainieren um beim Bouldern besser zu werden, ist für die meisten „Nicht-Profis“ immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Schnell verfällt man dann doch in einfaches Projektieren von offenen Boulderproblemen oder unstrukturiertes Campusboard-Rumposen, noch dazu am Ende einer mehrstündigen Bouldereinheit (genau dann sollte man sich eben nicht mehr ans Campusboard hängen!!). Wenngleich das „einfache Bouldern“ gerade für die allermeisten Boulderer genau das Richtige ist, fragt man sich über kurz oder lang, wie könnte ich einen Trainingsplan fürs Bouldern gestalten?!

Als Einstieg und Inspiration empfehle ich allgemein die Bücher von Guido Koestermeyer, aber zum schnellen Schnuppern dieses Video eines Workshops eben zur Trainingsplanung im Bouldern:

Meine Zusammenfassung:

  • Selbsterkenntnis: eigene Stärken & Schwächen mal bewusst mit jemanden vergleichen, dessen Niveau man mal erreichen möchte
  • Pull-Up Training: Naja, Ziel sollte es sein mal schlappe 10 (+/- 2) Pullups zu schaffen und das ganze dann 3,4 oder 5 Durchgänge – na dann habe ich ja noch einen guten Weg vor mir! Puh… zum Glück findet sich mit dem elastischen Band im Video auch eine Möglichkeit sich an dieses Ziel ranzuquälen.
  • Uneven Pullups!! Ein Hinweis den man nicht oft genug betonen kann: klassische Pullups kommen so gut wie nie vor beim Bouldern, also von Anfang an „uneven“ trainieren.
  • Nächste „Basisübung“: Hangwaage – wat??! Das soll eine Basisübung sein? Oh mann, wenn das so weiter geht, schaue ich mir das Video nicht mehr bis zum Ende an!! 😦
  • Einige schöne Körperspannungsübungen in dem Video… anschauen und nachmachen!
  • Liegestützvarianten, sehr gut! So machen auch die Pushups wieder mehr Spaß.
  • Leistenhängen: 7 sec halten, 3 sec Pause – bei den verschiedenen Durchgängen immer die Winkel der Arme ändern; mal lang, mal 90 Grad, mal blockiert! Sehr schöne Tipps.
  • „Wenn der Muskel brennt, weiss ich dass ich wach bin.“ – Hm.
  • Wenn ich besser werden will, muss ich mindestens 3x die Woche was machen; vielleicht sogar vier mal. Ja ja, die liebe und gleichzeitig verhasste Konsequenz.
  • Kraftausdauer: Route relativ sicher klettern können, einsteigen & machen, runter springen, chalken und direkt wieder rein – auch das ist ja so gar nix für mich…
  • Vier Felder für Boulder-Performance: Maximalkraft, Kraftausdauer, Technik / Beweglichkeit, Taktik / Atmung – eine Sache je Einheit schwerpunktmäßig = 2/3 und den Rest einfach ergänzend

Bouldern nach John Gill als Suche nach dem Flow

Eigentlich interessant welchen Stellenwert John Gill in diesem Interview dem Bouldern in seinem Leben beimisst.

Klettern und Bouldern war für mich immer eine Nebenbeschäftigung, nie eine Sache, die mein Leben bestimmt hat. Ich habe immer für einen Ausgleich zwischen Familie, meiner professionellen Karriere als Mathematikprofessor und Klettern/Bouldern/Körpergewichtsübungen gesorgt.

John war dabei immer auf der Suche nach dem Flow. Ihn haben weniger die absoluten Schwierigkeiten interessiert, so wie sie heute für die meisten im Vordergrund stehen.

glide

Ganz im Gegenteil:

Mich faszinierte die durchgängige Bewegung am Fels in mittelschweren Routen. Dabei erfreute ich mich an dem Gefühl des Flows.

Faszinierend… und es geht weiter:

Der intensive Konkurrenzkampf beim Bouldern mit Gleichgesinnten, aber auch der Aspekt des Boulderns als eine Form von bewegter Meditation haben mir Spaß gemacht.

Ich habe gerne mittelschwere Probleme geübt, bis ich am Ende den Fels “hochgleiten” konnte (zumindest fühlte es sich so an!).

Dieses “Hochgleiten” lassen heutzutage viel zu viele Boulderer unberücksichtigt im Vergleich zu den absoluten Schwierigkeitsgraden. Dabei ist dieses Flow-Erlebnis in den mittleren Schwierigkeitsgraden doch das eigentlich Erstrebenswerte!

Videoempfehlung: Bouldern, Style und echte Geschichten

The Good Land – Bouldering at Devil’s Lake, Wisconsin from Louder Than Eleven on Vimeo.

Beim Thema Bouldern-Videos scheiden sich ja die Geister. Im Netz gibt es massig Videos von irgendwelchen starken Jungs, die sich selbst abfeiern für ihre harten Züge an den Felsen dieser Wälder. Gleichzeitig sind die meisten dieser Bouldernfilmchen von der Story, der Bildersprache und der Message so langweilig wie ein Glückskeks.

Ganz anders sind hier die Videos gerade rund ums Bouldern & Klettern von Louder than 11 aus den Staaten. Sehr coole Truppe, die sich richtig Mühe gibt echte Geschichten rund ums Bouldern in Bewegtbildern zu erzählen. Meine Empfehlung für manch verregneten Tag um sich ein wenig Bouldern-Inspiration zu holen.

Also einfach bei Louder than 11 bei Vimeo vorbeischauen. Allgemein ist Vimeo eine wesentlich bessere Quelle für anspruchsvollere Outdorrfilmchen als Youtube.